Grundkurs Tontechnik

Ein freies Werkzeug aus der Sammlung von Andreas Artmann · Transformationslogistiker
v 1.2
1 Kabelverbinder
1 2 3 XLR
a) XLR Mono Profi
3-poliger Profi-Stecker · symmetrisch → unterdrückt Brummen & Einstreuungen
Pin 1 = Masse  ·  Pin 2 = Signal +  ·  Pin 3 = Signal −
Male (Stecker) — 3 Stifte sichtbar
Female (Buchse) — 3 Löcher sichtbar
Kabel: Male → Female · Signal fließt von Male zu Female
S R T 6,3 mm (TRS = Stereo)
b) 6,3 mm Klinke Mono (TS) Stereo (TRS)
Mono = Tip/Sleeve (2 Kontakte)  ·  Stereo = Tip/Ring/Sleeve (3 Kontakte)
Weit verbreitet in Studio & Bühne · auch für Instrumentenkabel (Gitarre, Keyboard)
3,5 mm (oft Stereo)
c) 3,5 mm Klinke meist Stereo
Kleinformat für Smartphones, Laptops, Kopfhörer · Selten in professionellen Bühnenanlagen
Cinch / RCA
d) Cinch / RCA Mono
Unsymmetrisch · 1 Stecker = 1 Kanal · Paarweise genutzt (rot = rechts, weiß/schwarz = links)
Typisch im Consumer-Bereich (HiFi, DJ-Mixer)
Speakon (NL4)
e) Speakon Boxenkabel
Moderner Standard für Lautsprecherkabel · Rastet automatisch ein (drehendes Bajonett) → fällt nicht heraus
NL2 = 2-polig · NL4 = 4-polig (für bi-amping)
Früher/ältere Anlagen: manchmal XLR als Boxenkabel — heute meist Speakon
⚠️
XLR als BoxenkabelIn älteren Anlagen wurde/wird XLR auch für Lautsprecherkabel benutzt. Verwechslungsgefahr! Speakon ist der sichere Ersatz.
⚠️
Kabel geht nicht?Es gibt verschiedene Pinbelegungen — Adaptertyp & Kabelbelegung prüfen
📐
Symmetrisch vs. unsymmetrischXLR & TRS-Klinke = symmetrisch → lange Kabel kein Problem · Cinch & TS-Klinke = kurz halten
🔒
Speakon-TippZum Lösen: Hülse zurückziehen UND drehen. Nicht einfach rausreißen.
2 Mikrofone
a) Passiv — Dynamisches Mikrofon

Kein Strom nötig · Robust · Ideal für Bühne & laute Quellen · Typisch: Shure SM58

b) Aktiv — Kondensatormikrofon

Braucht Phantomspeisung +48V (am Mischpult einschalten) · Detailreicher Klang · Eher für Studio


Richtiger Abstand zum Mikrofon

Optimaler Abstand: ca. 5–20 cm.
Zu weit weg: Der Signalpegel sinkt — Umgebungsgeräusche, Raumhall und andere Instrumente werden im Verhältnis zu laut übertragen.
Zu nah: Plosive (B, P) und Bass-Anhebung (Nahbesprechungseffekt). Faustformel: Handbreit Abstand.

Ausrichtung — Feedback vermeiden

Bei Nieren-Mikrofon (Cardioid): Null-Stelle liegt direkt hinten (180°) → Mikrofonkorb möglichst 180° weg von den Lautsprechern richten.
Boxen nie vor das Mikrofon stellen.

Feedback / Rückkopplung

Das Umfassen der Mikrokapsel mit der Hand verändert die Richtcharakteristik → Rückkopplung (Pfeifen). Mikrofon immer am Griff halten.


Richtcharakteristiken — wo ist Feedback-Gefahr minimal?

Das blaue/rote Feld zeigt, wo das Mikrofon aufnimmt. Die grüne Zone = optimale Monitor-Position (minimale Aufnahme).

▲ FRONT (0°) 90° 270° 180° ✓ Monitor hier
Niere (Cardioid)
z.B. Shure SM58 · Null direkt hinten
⚠ Rückzipfel ▲ FRONT (0°) 90° 270° ⚠ 180° ✓ Monitor bei ~105° (seitlich)
Hyperniere (Hypercardioid)
schmalere Keule · Null ≠ 180°!
Phantom PowerKondensatormikrofon ist still? → +48V am Mischpult aktivieren. Vorher Kanalfader auf 0!
📏
Abstand = PegelZu weit weg → Raumklang und andere Instrumente dominieren. Handbreit Abstand als Faustregel.
💡
Feedback verhindernEQ: Feedback-Frequenz etwas absenken · Gain nicht zu hoch · Mikrofon nie auf Box richten
3 Mischpult

Oft mit eingebauten Effekten. Alle Kanäle sind identisch aufgebaut — wer einen Kanalzug versteht, kennt alle.

Regler / ElementFunktion
Empfindlichkeit
Gain / Trim
Eingangspegel anpassen. Pegelanzeige dabei beobachten — Ziel: Grün bis unteres Gelb.
Compressor
(falls vorhanden)
Gleicht Pegelspitzen aus. Hält den Pegel gleichmäßiger.
Equalizer
EQ
Frequenzen anheben / absenken.
High = Höhen · Mid = Mitten · Low = Bass
Parametrischer EQ (Mitten): wählt zusätzlich die Mittenfrequenz.
Aux / Send Schickt das Signal auf einen Nebenweg (z. B. Bühnenmonitor, In-Ear).
FX / EFX Anteil des internen Effekts (Hall, Echo) für diesen Kanal.
Mute Schaltet den Kanal stumm. Oft leuchtend rot wenn aktiv.
Solo
PFL / AFL
Zeigt den Pegel des ausgewählten Kanals auf der Pegelanzeige und im Kopfhörer.
PFL = Pre-Fader (Pegel vor dem Fader — ideal zum Einpegeln ohne Fader hochziehen).
AFL = After-Fader (Pegel nach dem Fader).
Kanalfader Lautstärke des Kanals im Hauptmix.

Pegelanzeige — Grün / Gelb / Rot
← optimal
ROTZu laut — Signal clippt / verzerrt
GELBOptimal — mittlerer gelber Bereich anstreben
GRÜNSignal da, aber Pegel zu niedrig → mehr Rauschen

0 dB und −∞

0 dB = Referenz-Maximalpegel. Darüber: Clipping (Verzerrung).
Jede Verdopplung der Lautstärke ≈ +6 dB. Jede Halbierung ≈ −6 dB.
−∞ dB = absolut kein Signal (Fader ganz unten = Stille).


Einschalten / Ausschalten

Einschalten:

① Mischpult
② Endstufe / Aktivboxen

Ausschalten:

① Endstufe / Aktivboxen
② Mischpult

Warum? Das Mischpult erzeugt beim Ein- und Ausschalten einen kurzen Knacks. Wenn die Endstufe in diesem Moment noch aktiv ist, wird dieser Knacks verstärkt und über die Lautsprecher ausgegeben — das schadet Hochtönern und klingt unangenehm.

🔑
Einen Kanal lernen = alle lernenDer Kanalzug wiederholt sich identisch auf jedem Kanal.
🎚️
Gain firstImmer zuerst Empfindlichkeit (Gain) einstellen — erst dann den Kanalfader hochziehen.
🎛️
EQ-FaustregelLieber absenken als anheben. Störende Frequenz rausnehmen → dann erst boosten.
📟
PFL-Solo für EinpegelnSolo (PFL) hört/zeigt den Kanal vor dem Fader — ideal um den Gain einzustellen, ohne den Fader hochzuziehen.
🔇
EinschaltreihenfolgeMischpult zuerst an- und zuletzt ausschalten — so kommt kein Knacks über die Boxen.
+ Frequenzbereiche — Übersicht Instrumente

Logarithmische Skala von 20 Hz bis 20 kHz · Menschliches Gehör: ca. 20 Hz – 20 kHz

20 Hz 100 Hz 500 Hz 1 kHz 5 kHz 10 kHz 20 kHz
Bassdrum
Wumms
Attack
50–100 Hz & 2–5 kHz
Snare
Körper
Knack
150–300 Hz & 2–5 kHz
Becken
5–16 kHz
5 – 16 kHz
E-Bass
40–300 Hz
40 – 300 Hz
E-Gitarre
80 Hz – 6 kHz
80 Hz – 6 kHz
Keyboard
40 Hz – 12 kHz
40 Hz – 12 kHz
Gesang
100 Hz – 8 kHz
100 Hz – 8 kHz
EQ-Praxis: Bass/Bassdrum zu wummrig? → Low-Frequenzen (50–100 Hz) absenken. Gesang klingt nasal? → Mitten um 400–800 Hz absenken. Hochfrequenter Zischel? → High-Shelf ab 8 kHz zurücknehmen. Keyboard überlagert alles → in Bässen und Höhen beschneiden.
E-Bass
Bassdrum
Snare
Becken
E-Gitarre
Keyboard
Gesang
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